"Tarzan" ist wieder zu Hause

"Happy End" in Keldenich: Chamäleonbesitzer gefunden

Von Montserrat Manke


Wesseling. Vergangene Woche Freitag mittag in Keldenich: Das Wetter ist traumhaft, vom Himmel brennt die Sonne. Beste Voraussetzungen also, damit sich ein Reptil wohl fühlt. Und so kommt "Tarzan", das schillernd bunte Pantherchamäleon in den familieneigenen Garten der Laufenbergs, damit auch er den Wesselinger Sommer genießen kann. In einem so genannten Faltkäfig wird er an die Schaukel gehängt und alles ist prima. Scheinbar. Denn eine kleine Klappe des Stoffbehälters löst sich und was macht Tarzan? Klar: Er büchst aus. "Ich war nur einen Moment im Haus und als ich raus kam, war Tarzan weg", erinnert sich Alexandra Laufenberg.

Und so nimmt das Drama seinen La uf: Tarzan ist weg, und alle sind in heller Aufruhr. Sohn Leon (11), der das Tier zum Geburtstag bekommen hatte und Tochter Kim (5) machen lange Gesichter und suchen den Garten nach dem schillernden Reptil ab. Aber keine Spur von Tarzan. Bis Dienstag bangen die Laufenbergs, sitzen schon nicht mehr draußen, denn hier können sie nicht entspannen: "Man guckt ja ständig nach dem Tier", erklärt die 33-Jährige.


Dann am frühen Dienstag morgen kommt eine Nachbarin und legt eine Tageszeitung auf den Tisch: Dort prangt ein Mega-Foto von Tarzan und es wird gefragt, wer sein Chamäleon vermisst. "Ich dachte, das gibt es doch gar nicht, das ist doch unser Tarzan", erinnert sich die Friseurmeisterin vor der versammelten Rhein-Erft-Presse.


Was war geschehen? Tarzan brauchte drei Tage um einige Gärten zu "durchwandern" und wurde Sonntag schließlich von Ingrid Birkenhauer, die mit ihrem Mann Gerhard in derselben Straße wie die Laufenbergs wohnt, gefunden. "Ich dachte erst, es sei ein Gummitier von meiner Enkelin Miriam, aber dann bewegte er die Augen", so die Finderin zum Werbekurier. Flugs fing sie Tarzan ein und rief die Feuerwehr: diese gewährte dem Tier artgerechten Unterschlupf und informierte die Presse.


Feuerwehrmann Otto Kastius (47) nahm das Tier in seine Obhut, und sorgte rührend für Tarzan. In der Zeit, die der Oberbrandmeister mit dem Reptil verbracht hatte, wuchs Tarzan ihm dergestalt ans Herz, dass der Brühler sich und seiner Freundin auch ein Chamäleon anschaffen will.

 
Und so wurden bei der Übergabe mit Happy End schon fleißig Informationen zwischen alten und neuen Chamäleonliebhabern ausgetauscht: Wie viele "Heimchen" frisst so ein Tier am Tag (drei bis vier und eine Riesenheuschrecke), welches Terrarium ist das beste (Holz) und wie alt wird ein Pantherchamäleon (bis zu sieben Jahre).


Das alles interessierte Tarzan allerdings herzlich wenig, vergnügt kroch er Alexandra Laufenberg die Schulter hoch, in die Haare hinein und ließ sich gerne von Leon nehmen, dem die Freude über die glückliche Rückkehr seines kleines Freundes anzusehen war.

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