Waldbröl. (js) Die Hecken müssen weg und einige Bäume auch, wir bauen eine Fahrbahn mit breitem Bürgersteig. Der Bürgerzorn ging um, als die Anwohner vor eineinhalb Jahren dieses Konzept für die Neugestaltung ihrer Straße auf der ersten Anliegerversammlung präsentiert bekamen. Das Planungsbüro Oster und Siepe hatte nach der Auftragsvergabe im September 2009 die Straße nach den städtischen Vorgaben konzipiert.
Alle zogen dann jedoch an einem Strang, als es galt eine andere Lösung zu finden. Weg von der geplanten "Rennbahn", hin zu einer zeitgemäßen Wohnumfeldgestaltung, so sollte aus Sicht der Anwohner die Zielvorgabe lauten. Bürgermeister Peter Koester gab grünes Licht für eine Überarbeitung und Neuausrichtung der Konzeption unter Beteiligung der Anwohner. Hartmut Schröder, städtischer Verkehrsplaner, legte in Abstimmung mit den Anwohnern einen völlig neuen Entwurf vor, der allgemeine Zustimmung fand. In der Tat kann sich das Ergebnis sehen lassen. Ein gestalteter Straßenraum, der eine gleichberechtigte Nutzung für Fahrzeuge und Fußgänger vorsieht. Acht neue Bäume säumen die Straße.
Hunderte Pflanzen wurden eingebuddelt, es wurde gemulcht und
gegossen. Wohlgemerkt von den Anwohnern! Auch die Skepsis, dass man
mit einer Baustelle vor der Tür über den Winter
müsse, war unbegründet. Fast zu schön, um wahr zu
sein: Die bauausführende Firma Adolf Koch legte zu Beginn
einen Bauzeitenplan vor. Fertigstellung der Straße war
für November 2011 vorgesehen. Um diesen Termin einzuhalten,
wurde im Endspurt auch an einigen Samstagen gearbeitet.
Mit dem letzten Kalendertag im November war das Ziel erreicht.
Kanalverlegung, Straßenbau und Grundstücksangleichungen
waren abgeschlossen. Die offizielle Abnahme erfolgte Mitte
Dezember. Vereinzelte Nachbesserungen, entsprechend dem
Abnahmeprotokoll, wird die Firma Adolf Koch im kommenden
Frühjahr vornehmen. Der Alsbergstraße kann man jetzt
schon Leitlinienfunktion für den innerstädtischen
Straßenbau zuschreiben. Fahrbahnverschwenkungen, Pflanzinseln,
Pflasterflächen und eine offene Regenrinne, die im
Fahrbahnbereich verschwenkt ist, dienen zur Strukturierung,
Auflockerung und Verkehrsberuhigung.
Nächstes Ziel der Anwohner ist eine offizielle Verkehrsberuhigung mit Geschwindigkeitsbegrenzung ("Spielstraße") anordnen zu lassen. Ein entsprechender Antrag wurde bei Rat und Verwaltung mit einer Unterschriftenliste eingereicht. Und wenn das Frühjahr kommt, dann wird in der Straße gefeiert. Das dicke Ende, sprich die Rechnung für die Anwohner, kommt noch. Das Auftragsvolumen für Wasser, Abwasser und Straßenbau lag, nach Auskunft des Planungsbüros, bei rund 344 000 Euro. Der Anliegerbeitrag wird in der noch zu erstellenden Schlussrechnung festgelegt und wird sich im Rahmen der Vorauskalkulation bewegen.


