Schnapszahl und Frauenpower

Im 66. Jahr der WKG regieren die Frauen

Waldbröl.(js) Seit nunmehr 66 Jahren wird das Narrenschiff der Waldbröler Karnevalsgesellschaft 1946 e. V. (WKG) von den Wellen des Humors über das Meer des Frohsinns getragen. Ein bemerkenswertes Jubiläum, denn nach karnevalistischer Rechenart sind dies sechs mal elf Jahre. Im Jubiläumsjahr stehen drei Frauen am Ruder.
Prinz Karina I. aus dem Hause Geishüttner, ihre "Lieblichkeit" Jungfrau Susanne aus dem Hause Müller sowie seine "Deftigkeit" Bauer Sandra aus dem Hause Schütz.
"Mit Herz und Spaß geben jetzt wir Frauen Gas!" Dieses Motto verkündete das frisch gebackene Damen-Dreigestirn bei der Inthronisierung im proppenvollen Saal des katholischen Pfarrheims dem närrischen Publikum. Prinz Karina I. ließ das Publikum aufhorchen, als sie die närrische Gesellschaft mit "Grüß Gott beinand in Waldbröl!" begrüßte.
Der gebürtigen Österreicherin, die seit 2006 in Nümbrecht lebt, gelang mit unüberhörbar charmantem, alpenländischem Zungenschlag aber locker der geschmeidige Übergang zum "Waldbröl, pass - op"! Für alle Fälle steht ihr auch ein Deutsch - Österreichischer "Übersetzer" zur Seite und mit Jungfrau Susanne schließlich ein echtes Waldbröler Mädchen. Bauer Sandra ist Dattenfelderin, bis die Liebe sie nach Nümbrecht zog. Den Weg zur WKG fanden alle drei über ihre Kinder, die in den Garden 88 und 02 tanzen. Dass die Drei jetzt schon gut auf die Rathausstürmung an Weiberfastnacht vorbereitet sind, musste Bürgermeister Peter Koester erfahren.
Nachdem Koester "Viele Herzen" in Form eines Ordens überreicht bekommen hatte, wurden ihm eine Quetsche, ein Schieferhammer und eine Säge in die Hand gedrückt. Ausdauer und Lernbereitschaft, Zielgenauigkeit und Teamfähigkeit möge er beweisen und an Weiberfastnacht werde dann kontrolliert. Ob es dem Bürgermeister bis dahin gelingen wird ein Lied auf der Quetsche einzuüben, aus den mitgelieferten Schieferplatten ein Herz zu schlagen und mit der Säge einen dicken Holzpflock zu zerteilen, das wird sich im wahrsten Sinne des Wortes zeigen.
Nach dem Motto der Prinz ist tot, es lebe der Prinz, tritt das Damen-Dreigestirn in die Fußstapfen von Prinz Thomas III. und Prinzessin Sabine I., die eine tolle Session hingelegt hatten. Nur zu verständlich, dass bei der Verabschiedung der scheidenden Prinzessin ein paar Tränchen über ihre Wangen kullerten. Einen Karnevalszug wird es auch wieder geben versichert Thomas III., der Organisation und Zugleitung übernehmen wird.
Umrahmt wurde die Veranstaltung von der Inthronisierung der Kinderprinzessin Bianca und den Auftritten der Garden. Dass in der laufenden Session die "Alpenpost" abgehen wird, wurde von Prinz Karina I. vor dem Auszug aus dem Saal eindrucksvoll demonstriert!
Ruck Zuck hatte Karina die Krachlederne über das Prinzengewand gezogen und ihr Akkordeon, das sie seit dem sechsten Lebensjahr spielt, umgeschnallt.
Was dann kam, war karnevalistischer Hüttenzauber in Reinkultur. Runter von der Bühne, mit dem Akkordeon im Saal tänzelnd, stimmte sie das Lied "Bergvagabunden" an! Der Verdacht kommt auf, dass aus einem alten Wanderlied ein neuer Karnevalshit werden könnte.
Da sag noch einer was gegen die Österreicher ?! Bilder von der Veranstaltung im Internet unter "www. lokalanzeiger.de".

Anzeige

Waldbröler Vieh- und Krammarkt

Alle 14 Tage donnerstags von 7-13 Uhr lockt der Markt bis zu 20.000 Besucher nach Waldbröl. Ein Besuch lohnt sich immer ... »

Alle Titel im Großraum Köln/Bonn

Lernen Sie die weiteren Anzeigenblätter im Großraum Köln/Bonn kennen. »