Rhein-Sieg-Kreis. Landrat Frithjof Kühn, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland, Dr. Norbert Reinkober und RSVG-Geschäftsführer Michael Reinhardt informierten auf dem Siegburger Busbahnhof über die Aufnahme des ITCS-Probebetriebs bei der RSVG.
ITCS steht für ein Intermodales Transport- und Steuerungssystem, das die rechnergestützte Betriebsleittechnik mit weiteren Funktionalitäten verbindet. Bereits 100 Busse hat die RSVG in den letzten Wochen mit neuen Bordrechnern ausgestattet, die GPS-Daten über ihre Position an die neu in Betrieb genommene Leitstelle melden. Von dort wird über einen Zentralrechner berechnet, wann die Fahrzeuge im weiteren Streckenverlauf an den nachfolgenden Haltestellen eintreffen werden.
Diese Informationen stehen den Kunden nunmehr als Echtzeitinformation zur Verfügung. Nachdem die dynamischen Informationsanzeigen in Siegburg bereits umgerüstet sind, erfolgt als nächstes die Umstellung der Anzeigen auf dem Busbahnhof Troisdorf und danach in Hennef.
Erkennbar sind die Echtzeitinformationen an der Anzeige durch die Signalisierung der Abfahrtszeit in Minuten, während die Abfahrtszeit der Busse ohne ITCS mit der Angabe der Fahrplanzeit dargestellt wird.
Die Städte Troisdorf und Niederkassel wollen in diesem Jahr mit dem Aufbau von dynamischen Fahrgastinformationstafeln an Bushaltestellen beginnen, die dann auch jenseits der Busbahnhöfe Abfahrtszeiten in Echtzeit darstellen werden.
Nachdem bereits alle auf dem Betriebshof Sieglar stationierten Busse der RSVG mit der neuen Technik arbeiten, wurde jetzt mit der Umrüstung der in Hennef stationierten Busse begonnen. Die im Auftrag der RSVG verkehrenden Busse von anderen Unternehmen werden ebenso ausgestattet. Noch vor Ostern sollen alle 293 im Liniennetz der RSVG verkehrenden Busse über ITCS verfügen.
Durch mehrere Software-Upgrades wird das System in den nächsten Monaten mit immer mehr Funktionalitäten erweitert. So wird künftig die Prüfung von e)))-Tickets, Onlinetickets, Handytickets und NRW-Tickets auf räumliche und zeitliche Gültigkeit möglich. Weitere Funktionalitäten wie die Überwachung von Anschlussbeziehungen mit anderen Bussen und die ÖPNV-Beschleunigung durch Ampelbeeinflussung folgen.
Landrat Frithjof Kühn - der auch Aufsichtsratsvorsitzender der RSVG ist - begrüßt die Einführung der neuen Technologie. "Fahrgäste erwarten neben modernen und sauberen Bussen, leistungsfähige Auskunftssysteme, die die tatsächlichen Verkehrsverhältnisse berücksichtigen. Durch Echtzeitinformationen wird es für die Fahrgäste möglich, vorhandene Zeitressourcen zu erkennen und besser für sich zu nutzen.
Nutzbringend erweist sich das neue System auch für den Rhein-Sieg-Kreis in seiner Eigenschaft als Aufgabenträger für den ÖPNV. Durch die umfangreiche Datenlage wird die Qualität der Leistungen der beauftragten Verkehrsbetriebe messbar. Qualitätsmängel wie verfrühte Abfahrten oder Ausfälle von Leistungen können künftig sanktioniert werden".
NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober hebt die Bedeutung der verkehrsträgerübergreifenden Fahrgastinformation hervor. "Die Kundeninformation ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. Fehlende Informationen über Pünktlichkeit, Fahrplan und Anschlusssicherung sind das Zugangshemmnis Nummer 1 im ÖPNV. Daher hat der Zweckverband Nahverkehr Rheinland gerne die Finanzierung für den Aufbau eines rechnergestützten Betriebsleitsystems bei der RSVG übernommen. Mit dieser Investitionsmaßnahme wurden die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Verbesserung des hiesigen Nahverkehrsangebots geschaffen. Das ist gut angelegtes Geld für unsere Kunden im Nahverkehr", so NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober.
Der NVR hat die Maßnahme mit 85 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gefördert, das entspricht rund 1,6 Millionen Euro. "Durch den Aufbau eines rechnergestützten Betriebsleitsystems wird eine automatische Standortverfolgung der Fahrzeuge ermöglicht, die wiederum die Voraussetzung für eine verbesserte Anschlusssicherung, eine Beschleunigung des Busverkehrs an Lichtsignalanlagen, eine dynamische Fahrgastinformation und eine Verbesserung der Fahrzeugdisposition bildet", erläutert Dr. Reinkober.
Ein weiterer Aspekt sei die Verbesserung der Sicherheit: Notrufe sind nun besser absetzbar, da die Fahrzeuge im gesamten Betriebsgebiet sende- und empfangsbereit sind.
Geschäftsführer Michael Reinhardt hebt hervor, dass die RSVG-Unternehmensgruppe bestrebt ist, die Qualität ihrer Leistungen unter Ausnutzung moderner Technologien weiter zu steigern. Die Einführung des ITCS erleichtert den Fahrern die Selbstkontrolle über die Einhaltung der Abfahrzeiten. Die auf der Strecke gesammelten Daten können für eine künftige Optimierung der Fahrpläne genutzt werden.
Durch die kombinierten Funktionen im neuen Bordrechner wird zudem der alte analoge Sprechfunk im RSVG-eigenen Netz durch Digitalfunk im HSDPA-Netz (einem hochgradig leistungsfähigem Kommunikationsnetz) abgelöst. Damit wird die Erreichbarkeit der Fahrzeuge und der Leitstelle spürbar verbessert und eine Kommunikation in hoher Qualität gewährleistet.







