Bad Honnef (cg). "Das ist kein schöner Tag für Bad Honnef", machte Bürgermeisterin Wally Feiden ihrer Enttäuschung über die "desaströse Entscheidung" des Erzbistums, das Katholisch-Soziale Institut (KSI) von Bad Honnef nach Siegburg zu verlegen, Luft.
Im Juni 2011 hatten die Benediktiner nach fast 950 Jahren den Michaelsberg verlassen, und seitdem hatte der Erzbischof Joachim Kardinal Meisner nach einem Orden gesucht, mit dem der Michaelsberg wieder ein "Leuchtturm des geistlichen Lebens" werde.
Nun wird das KSI nach einer umfassenden Sanierung voraussichtlich 2015 oder 2016 die Abteigebäude auf dem Michaelsberg beziehen. Rund 40 Millionen Euro wird die Sanierung nach groben Schätzungen kosten.
Der Stadt Bad Honnef wird der Wegzug des KSI, das 1947 von Josef Kardinal Frings als "Stätte der Erwachsenenbildung auf Grundlage der christlichen Soziallehre" gegründet wurde - es bietet unter anderem Kurse mit den Schwerpunkten Arbeitnehmerbildung, Medienkompetenz, Zukunftsfragen und Frauenbildung - erhebliche Einbußen bescheren.
Etwa 80 Arbeitsplätze und circa 1.700 jährliche Übernachtungsgäste werden der Stadt fehlen.
"Bitter enttäuscht" ist die Bürgermeisterin über den Umgang mit Bad Honnef, da Kardinal Meisner wenig Rücksicht auf die Belange der Stadt genommen habe und kein Wort des Bedauerns für sie gehabt habe. 1996 wurde für 46 Millionen D-Mark der dritte Umbau des bisherigen Tagungshauses fertig gestellt. Jetzt sollen die Gebäude, die seit 1999 auch ein Medienkompetenz-Zentrum beherbergen, verkauft werden.
Die Stadt wird den Verkauf soweit wie möglich unterstützen, doch das dürfte nicht einfach werden, ist sich Feiden sicher. Auch für die Pfarrei St. Martin wird der Wegzug des KSI ein herber Verlust sein. Denn die Selhofer Gemeinde war sehr mit ihm verwoben, viele Pfarr-Veranstaltungen fanden in dem Tagungshaus statt.
"Jetzt müssen wir sehen, wie es weiter geht. Ändern können wir nichts an der Entscheidung", resümierte die Bürgermeisterin.





