Ein guter Bestatter hilft den Hinterbliebenen, ihre Trauer richtig zu verarbeiten. Dazu gehören persönliche Gespräche. Sie bieten den Angehörigen aber auch die Möglichkeit, sich aktiv am Beisetzungsprozess zu beteiligen.
Wer kümmert sich im Sterbefall eigentlich um die
Hinterbliebenen? "Wir erleben oft, dass ältere Menschen
oder solche, bei denen die Familie weit weg lebt, niemanden haben,
mit dem sie über ihre Gefühle sprechen können",
sagt Hans-Joachim Möller vom Verband unabhängiger
Bestatter (VuB). Um Trauer richtig verarbeiten zu können, sei
es aber wichtig, sich mit anderen auszutauschen. "Wenn
sich die Umwelt nach einigen Tagen oder Wochen wieder dem
Alltagsgeschehen zuwendet, dann braucht der Trauernde
Gesprächspartner, die ihm zuhören und mit ihm über
den Verstorbenen sprechen können", erklärt Dr. Rolf
Lichtner, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher
Bestatter. Er rät den Angehörigen: "Scheuen Sie sich
nicht, sich an den Bestatter Ihres Vertrauens zu wenden, um mit ihm
über Ihr Verhältnis zum Verstorbenen, über die
Reaktion in Ihrem Umfeld sowie über Ihre
alltäglichen Sorgen zu sprechen." Ein Sterbefall sei wie
ein Sturz, sagt Hans-Joachim Möller. Umso wichtiger sei
es, sich bewusst von dem Verstorbenen zu verabschieden.
"Manche Menschen können den Tod dann besser
akzeptieren", sagt Möller. Anderen hilft es, wenn sie
aktiv in den Beisetzungsprozess mit eingebunden werden; wenn sie
die Gestaltung der Trauerkarten übernehmen, ein
Musikstück vortragen oder selbst ein paar Worte sagen
können. Angeboten werden auch Kreativkurse, in denen die
Hinterbliebenen Särge und Urnen nach ihren Vorstellungen
bemalen dürfen. Andere Bestatter laden zu einem sogenannten
Trauercafé ein, wo die Hinterbliebenen ihren Tränen
freien Lauf lassen können. "Wir legen großen Wert
auf persönliche Gespräche", sagt Hans-Joachim
Möller, "um alle Wünsche zu
berücksichtigen." Denn nach der Beerdigung soll jeder
sagen können: "Wir haben alles richtig gemacht. Es war
ein schöner Abschied."

